7.-12.10.07 (K)Eine Woche Uruguay

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Strahlend blauer Himmel begruesst uns am Sonntag-Morgen - ein gutes Omen fuer den Neuanfang in einem anderen Land.
Zuvor sehen wir uns erst noch Chui (brasilianisch)/Chuy (uruguayisch) an, wo gegen 9.ooh eben erst die ersten Laeden aufgehen. Gestern Samstag-Abend war dafuer rambo-zambo bis in den Morgen hinein. Es handelt sich um ein seelenloses Dorf mit etwa 6'000 Einwohnern in einer Art Freihandelszone, wo vor allem Parfums und Alkohol guenstig zu haben sein sollen. Die Grenze verlaeuft mitten durch den Ort. Man ueberquert einfach die Avenida Brasil von Norden her und ist auf der anderen (suedlichen) Strassenseite bereits im Nachbarland, ohne dass irgendwelche Formalitaeten noetig sein. Wir beschaffen uns im Cambio gegen USD Bargeld etwas uruguayische Pesos und finden an einer Tankstelle sogar eine Strassenkarte fuer dieses Land. So geruestet treffen wir wenige Hundert Meter ausserhalb des Ortes auf das Zollamt, wo sich unsere Einreise nach Uruguay in Rekordzeit abwickelt. Abhaengig allein davon, wie schnell wir die kleinen Immigration-Zettel und ein Merkblatt fuer den Iveco ausfuellen koennen. werden im Handumdrehen die Stempel in Paesse und Carnet de Passage geklopft. Wir ignorieren die diskret aufgestellte Abfalltonne fuer Gemuese, Fruechte und Fleisch ebenso wie die Tafel mit Erklaerungen ueber wuenschenswerten Schutz der einheimischen Agrikultur und finden uns in selber Landschaft wie gestern, nur eben bei freundlicherem Wettergesicht, vor.

Bis La Coronilla rollen wir auf Route 9 vorbei an sattgruener Landschaft mit vielfaeltiger Vogelbevoelkerung, sogar Gruppen von Nandus sowie Weiden voller Kuehe, Pferde und Schafe. In den vielen Tuempeln und Seen spiegelt sich der blaue Himmel. Wir muessen einmal kurz an einer Zollkontrolle halten, werden freundlichst und erst noch auf deutsch begruesst und unter guten Reisewuenschen durchgewinkt.
Die uruguayische Provinz Rocha ist nicht nur das Gebiet der Lagunen, Suempfe und feuchte Weiden, sondern auch das der riesigen Palmenwaelder, speziell entlang der Naturstrasse Nr. 16. Der Bestand dieser suedlichsten Palmenhaine der Welt aus ausschliesslich dickstaemmigen, hoechstens 10 m hohen Butia-Palmen ist leider heute gefaehrdet. Das Vieh frisst nicht nur ihre suessen, fasrigen und etwa kirschgrossen Fruechte sondern vor allem auch alle neuen Palmsetzlinge, so dass die Vermehrung geringer als das natuerliche Absterben ist. Um uns diese ungewoehnliche Landschaft anzusehen, umfahren wir die Laguna Negra grossraeumig und bewegen uns ueber Castillos wiederaufs Meer zu.

In Aguas Dulce stehen dicht gedraengt einfachste aber ungepflegte Haeuschen Wand an Wand am Strand und es ist kein Zufahren ans Wasser moeglich. Der zweite Abstecher nach Valizas bringt uns erneut zwischen zu dieser Jahreszeit verlassene Ferienhaeuschen, die hier allerdings lockerer und erst noch in den Duenen stehen. Der Strand selbst haut uns nicht vom Hocker, umso mehr als kraeftige Wellen truebbraunen Meerwassers anrollen. Aber wenigstens finden wir eine Stelle mit freiem Blick darauf.
Etwa 40 km spaeter sind wir in La Paloma. Der 38,7 m hohe rotweisse Faro Cabo Santa Maria ist nicht nur Leuchtturm sondern dient auch als Sonnenuhr und kann fuer einmal bestiegen werden, was wir uns nicht entgehen lassen. Von der Hoehe aus pruefen wir den Ort auf Uebernachtungsstellen, da wir wieder wild stehen werden. Es ist geradezu befreiend, all die Haeuser auf zaunlosen Grundstuecken stehen und kein vergittertes Fenster oder Balkon sehen zu muessen. Im fast einzigen offenen Restaurant eines Hotels lassen wir uns eine Paella schmecken. Zusammen mit Salat, Getraenken sowie einen Flan de Leche summiert sich unser auswaertiges Nachtessen auf Hunderte von Pesos, genau 600.- ein hier anscheinend kostspieligerer Luxus als in Brasilien. Brot und Eier brauchen und erhalten wir in dem am Montagmorgen wieder offenem kleinen Supermercado von La Paloma. Gemuese oder Salat sind hier wie auch in der Verderia aber so welk, dass ich dankend darauf verzichte. Ist das jetzt à la Ururguay oder auf unsachgemaesse Lagerung ueber das Wochenende zurueckzufuehren?

Nach zwei Dutzend Kilometern Teer sind wir an der Kreuzung von Hauptroute 9 mit Nr. 15 angelangt. An der Abzweigung nach Rochas entdeckt Fredy bei der Esso-Tankstelle eine Tafel, die auf eine Wifi-Zone aufmerksam macht. Schnell gestoppt und schon sind wir mit dem Laptop online. Endlich koennen wir wieder mal den Virenschutz sowie die Basisprogramme updaten. Von Martin hoeren wir, dass er unbedingt den Provider wechseln muss, da er sonst das Problem mit den Emails nicht in den Griff bekommt.
Wir fahren derweil weiter landeinwaerts. Allerdings ist die Gegend erstmals nicht so lieblich wie bei der gestrigen Tour. Obwohl es staendig "chutet" weicht das anfaenglich strahlende Wetter lockerer Bewoelkung.

Nicht nach laut KnowHow 25 sondern nach 35 km muessen wir von der eigentlichen Verbindung nach Aiguá links abzweigen. Mangels Wegweiser fahren wir auf gut Glueck noch fast 10 km weiter und gewinnen allmaehlich an Hoehe. Ganz ueberraschend taucht ploetzlich eine Tafel mit Pfeil auf und verkuendet die Naehe des gesuchten Gipfels. Nach dem Mittagshalt stuerzen wir uns in Turnschuhe und Windjacke, um die fehlenden 40 m ab der Strasse, unter einem Zaun hindurch und ueber eine Weide hinter uns zu bringen. Schliesslich stehen wir zwischen Felsbrocken auf dem mit ganzen 513 m hoechsten Berg Uruguay's, dem Cerro Catedral, mit eher unspektakulerer Rundsicht.
Wir fahren auf dem in der Karte nicht existenten Weg weiter und erkundigen uns bei den ersten beiden Reiter, die uns begegnen, wohin uns diese Strasse ueberhaupt fuehre. Wir haben Glueck und gelangen wenig spaeter via Route 39 nach San Carlos. An der Kreuzung mit Nr. 9 kommen wir nicht in Versuchung, einer der Oldtimer kaufen zu wollen, die da in einem grossen Gelaende vor sich hinrosten. Sie sind schon waehrend ihrer langen Lebenszeit so oft wieder mit einfachsten Mitteln zum Laufen gebracht worden und nun so zerfallen, meist ohne Motor und komplett verrostet, dass sie keinen Schweizer Oldtimer-Fan mehr begeistern wuerden.

Nur noch 15 km trennen uns von La Barra, wo dem Meeresufer entlang parallel zur Sandkueste die Feriensiedlungen beginnen. Meist moderne Villen mit immensen Grundrissen saeumen die Strasse. Bei Punta del Este nehmen die Appartementhaeuser zu. Die ueber Winter neu erstellte stattliche Anzahl davon ist noch nicht einmal bezogen worden und je naeher wir der Stadt kommen, desto feudaler werden sie. Darf man dem Lonley Planet Glauben schenken, haben wir den teuersten und exklusivsten, auf einer Halbinsel an der Muendung des Rio de la Plata gelegen Urlaubsort des Kontinents erreicht. Seine Saison dauert nur gute drei Monate lang von Dezember bis Februar, in der das Nachtleben die Feriengaeste mehr ermuedet als die Wassersport-Moeglichkeiten. In der uebrigen Zeit ist die ganze Gegend wie jetzt praktisch menschenleer.

Bei einem kurzen Stopp, um einen genaueren Blick auf den meist von den Duenen verborgenen Strand zu werfen, werden wir fast sandgestrahlt, so dass wir aus dem starken Wind uns rasch wieder in den geheizten Camper fluechten. Wir umfahren die staedtische Peninsula und kommen zum Gelaende des Yachthafens, der sich mit seinen vielen leeren Parkplaetzen als Uebernachtungsort geradezu anbietet. Also lassen wir uns am Hafenbecken gegenueber der Prefectura Nacional Naval vom Wind schuetteln und in den Schlaf wiegen, bevor ein allnaechtlicher Regen einsetzt.
Die stuermerischen Atlantikstraende von Punta del Este haben wir bereits erlebt, die ruhigeren Beachen am Rio Plata sehen wir heute auf unserer Weiterfahrt. Allerdings ist das Wetter um keinen Deut besser als gestern. Punta Ballena hat keine Wale in der Bucht sondern ebenfalls nur Regen zu bieten. In Piriápolis absolvieren wir das im KnowHow empfohlene Schlechtwetter-Programm und stapfen durch die grossen Pfuetzen zum Argentino Hotel. Der Kasten wurde 1930 nach 10-jaehriger Bauzeit vom aus Montevideo stammenden Tourismus-Pionier Francisco Piriá eingeweiht, der das Potential der runden Badebucht erkannte und mit den Besucherstroemen aus Buenos Aires kalkulierte. Heute hat das Argentino seine besten Zeiten eindeutig hinter sich. Das Foyer ist zwar gross, aber weitaus weniger prunkvoll als erwartet. Jetzt ausser Saison sind wir von der Art der Gaeste geschockt und glauben uns in ein Altersheim verirrt zu haben. Es wimmelt von alten Leuten, Frauen in der Ueberzahl, die entweder gelangweilt herumspazieren oder aber im Bademantel und Frottétuch unter dem Arm zielstrebig zur anscheinend hoch im Kurs stehen Badetherapie unterwegs sind.
Dafuer ist das nahe Cyber Café hochmodern und ich kann meinen LapTop ankuppeln. Nach dem Mittagessen im behaglich warmen, da geheizten Camper stossen wir beim Capuccino in einer Cafeteria auf ein deutsches Ehepaar am vorletzten Tag ihres Urlaubs in Uruguay und haben so mal wieder Gesellschaft zum Plaudern.
Die República Oriental del Uruguay ist mit 176'215 km2 das zweitkleinste Land in Suedamerika und hat total 3,4 Mio. Einwohner. 1,5 Mio. davon leben in der Hauptstadt. Wir werfen erste Blicke auf Montevideo von seiner Rambla, der breiten Umfahrungsstrasse und gleichzeitig Seepromenade, aus. Petrus besinnt sich waehrend unserer Anreise, und als wir schliesslich bei Punta Ramirez um 17.ooh bei den Clubs de Pescado uns fuer die Zeit unseres hiesigen Aufenthalts etablieren, herrscht eitel Sonnenschein.
Den ganzen Mittwoch, 10. Oktober, sind wir in der uruguayischen Hauptstadt unterwegs. Zu den entlegeren Zielen fahren wir zuerst mit dem Auto. Der Verkehr ist duenn, die Strassen breit und reichlich Parkplatz vorhanden. In der Innenstadt und der Ciudad Vieja sind wir anschliessend zu Fuss unterwegs. Dabei kommen wir in den schachbrettartig angeordneten Calles und Avenidas mit vielen Parks und Monumenten an einem Teil der 210'000 Baeume, fuer die Montevideo beruehmt ist, vorbei. Die historischen Gebaeude sind keineswegs homogen in einem Zentrum sondern verteilen sich ueber die ganze Altstadt und nicht wenige sind unbewohnt, abgespeert und dem Verfall preisgegeben. Rund um den Mercado del Puerto wird saniert und gebaut. Die Markthalle, eine markante Stahlkonstruktion, befindet sich in Umwandlung zu unzaehligen unter ihrem Dach vereinten Fressbeizchen. Ein Ueberblick ueber die Stadt ist wegen angeblich zu vieler Selbstmoerder vom Dach des Palacio Municpals nicht mehr moeglich. Aber wir sind begeistert vom

  • Palacio Legislativo: Waehrend 21 Jahren hat man an nach immer wieder abgeaenderten Plaenen verschiedener Architekten gebaut bis er am 25. August 1925 eroeffnet werden konnte. Das Resultat kann sich auch heute noch sehen lassen und praesentiert sich gut gepflegt mit herrlicher Marmorhalle, die Senat und Kongress teilen und in der eine Ehrengarde des Florida Bataillons das Original-Dokument der Unabhaengigskeits-Erklaerung bewachen. Zu sehen bekommen wir dies und einige der Nebenraeume auf einer kurzen kostenlosen Fuehrung.
  • Im Palacio Heber, einem einstigen 1896/7 unter Verwendung von Marmor und Edelhoelzern im Jugendstil mit Balkkonen, Stuckelementen und Glasdach gebauten Privathaus ist das Museo de la Moneda (Geldmuseum) sowie im zweiten Stock das Museo del Gaucho untergebracht. Die Ausstellungen sind beide nicht gross, aber liegen zentral an der Avenida 18 de Julio.
  • An der Plaza Indepencia bestaunen wir das Reiter-Standbild sowie das darunter liegende, modern gestaltete Mausoleums von José Gervasio Artigas, dem Nationalheld, der 1811 mit seinem Volksheer die Spanier schlug, im heutigen Departemento Paysandú die erste Agrarreform Lateinamerikas durchfuehrte, aber neun Jahre spaeter nach Niederlagen gegen die Truppen Brasiliens und Argentiniens sich ins lebenslange Exil nach Paraguay zurueckziehen musste.
  • Durch die Puerta de Ciudadela, ein Rest der Stadtmauer aus dem 18. Jht. betreten wir die Fussgaengerzone. In der Calle Sarandí erhalten wir fuer je P. 47.- einen einmalig servierten Capuccino auf Silbertablet begleitet von einem kleinen Glas frisch gepressten Orangensafts plus Mineralwasser, ein Schaelchen Schlagrahm und ein Schokoladestueckchen.

Den ganzen Tag ueber ist das Wetter einmal mehr launisch und wechselhaft. Ab und zu verzeichneten wir zwar sonnige Phasen. Aber speziell gegen Abend, als wir noch zu einem letzten Blick auf die Playa de los Pocitos, die Copacabana von Montevideo zuhalten, ist grau wieder Trumpf, und auch das Panorama kaum eine Foto wert vom
  • westlich ausserhalb der Stadt auf dem Cerro1809/11 erbauten Fortaleza. Sie beherbergt das Museo José Artigas mit einer Sammlung von Waffen und einer Dokumentation ueber die Zeit der Unabhaengigkeitskriege. Man ueberblickt den Hafen, die Raffinerie-Anlagen, die Straende speziell am Rio de Plata und natuerlich Alt- und Neustadt.

Auf gebuehrenpflichtiger Autobahn Nr. 1 kommen wir am Donnerstag so flott vorwaerts, dass es uns zu wohl wird. Wir zweigen bei Ecilda Paullier von Route 1 ab - voller Vertrauen auf die bis anhin vorbildliche Strassenbeschilderung, die dann aber in dieser Region versagt. Nach Pavon wird uns klar, dass wir die kleine Verbindungsstrasse zur Colonia Suiza verpasst haben muessen. Sie besteht nach Auskunft eines Lokalen nicht aus einer Strasse sondern nur aus kleinen "caminos". Beim Zurueckkrebsen glauben wir, trotzdem fuendig geworden zu sein und rollen bald zwischen endlosen Weiden mit glotzenden Kuehen mit stetig zunehmenden Zweifeln herum. Gleichzeitig beschwoeren wir den Cursor des GPS, ja in die passende Himmelsrichtung zu drehen. Zweimal holen wir uns Anweisungen von Lehrerinnen kleiner Ruralschulen. Sie stecken ebenso wie ihre Schueler/innen in den obligatorischen altmodischen weissen Aermelschuerzen.
Eine Art Maibaum mit Kantonswappen und einem symbolischen Emmentaler-Leib in der Mitte bestaetigen uns schliesslich, dass wir den Hauptsiedlungsort der schweizerischen Kolonialisten auf allem Anderem als direkter Route doch noch gefunden haben. Viel Sehenswertes gibt es im 1862 gegruendeten Nueva Helvecia nicht zu entdecken: An ein paar wenigen Haeusern ein oder zwei Kantonswappen je nach Herkunft der urspruenglichen Bewohner, einen kleinen Kiosco Helvetico an und auf der zentralen Plaza ein riesiges Denkmal zu Ehren der schweizerischen Einwanderer, die ausschliesslich (wie heute auch noch ein Grossteil der Bewohner) von der Milchwirtschaft lebten.

Zurueck auf die Nr. 1 ist es auf regulaerem Weg nur ein Katzensprung und ein etwas groesserer bis nach Colonia del Sacromente. Bereits 1860 und damit 46 Jahre frueher als Montevideo gegruendet, war das Staedtchen bis zur Unabhaengigkeit des Landes immer ein Zankapfel zwischen Portugiesen und Spaniern. Die Altstadt der portugiesischen Gruender liegt auf einer Halbinsel. Zu ihr fuehrt die einzige gerade Strasse, die baumbestandene Avenida General Flores. Alle ihre anderen Kopfsteingassen um die Plaza Mayor, dem alten Franziskaner-Konvent, der Bastion de San Miguel, das alte Stadttor Puerta de Campo sowie den Leuchtturm herum sind inklusive der schmalsten Calle de los Suspiros (Seufzergasse) eng und die meisten verwinkelt.
Es hat einmal mehr den ganzen Tag "geschifft". Uns haelt nichts mehr in Uruguay. Wir besorgen uns daher die Passage fuer die Ueberfahrt mit der - gezwungenermassen wegen der Hoehe unseres Campers - langsamen (3-stuendige) Faehre Isabel der Buquebus Linie. Trotz der morgigen fruehen Abfahrt werden wir zum Uebernachten nicht auf dem Hafengelaende geduldet und muessen uns ausserhalb davon bei einer kombinierten Auskunftsstelle/Raststaette niederlassen.
In aller Hergottsfruehe machen wir mobil und stehen am Freitag, 12. Oktober, vorschriftsmaessig 1 Std. vor der fahrplanmaessigen Abfahrt zum 04.30h zum Einchecken bereit. Immigration haben wir rasch hinter uns gebracht. Der Ausreisestempel aus Uruguay wird, wie wir am andern Ufer erfahren, auch gerade als Einreisestempel nach Argentinien gelten. Dem Stempel fuers Carnet de Passage oder besser dem dafuer zustaendigen Beamten muessen wir nachrennen und treiben ihn in einem kuemmerlichen Buero der Aduana im Nachbargebaeude auf, wo er ohne Federlesens das vorgeschriebene Feld mit seinem Stempel ziert.
In bequemen Ist-Class Liegefauteils akzeptieren wir nach verspaeteter Abfahrt den im Fahrpreis eingeschlossenen Kaffee mit zwei kleinen Croissants als Ersatzfruehstueck. Fredy ist daraufhin rasch mal eingenickt. Ich machen derweil eine Runde durchdas moderne, saubere Schiff, den Dutyfree Shop und lasse mir in leicht stuermischen Wetter auf dem obersten, teilweise offenen Deck, wo wegen des allgemeinen Rauchverbots sich die Raucher aufhalten, Wind und Regen um die Ohren wehen waehrend der Kahn durch eine braune Bruehe von Meer sich kaempft und uns fort von Uruguay zu neuen Landen bringt.

     
Weitere Fotos: siehe
Galerie / Urugay I - Nr. 2399-2621

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